Mit Pauken und Trompen in die Offseason. 
Mit einem Football-Spiel der Superlative und einem 20:17 SIEG verabschiedeten die Bears die Tabellenzweiten Tübingen Red Knights. Das Stadion glich in der 2. Halbzeit einem Hexenkessel. Leider trübt eine schwere Verletzung von Christoph Colon die Riesenfreude.

Nach dieser Season hatte keiner mehr den Tabellenletzten auf dem Schirm. So kamen die Spieler der Böblingen Bears auch ziemlich relaxt und gut gelaunt zum letzten Gameday im heimischen SVB Stadion. Kickoff pünktlich um 15.00 Uhr der Tübinger. Derek Thomas trug das Leder bis zur 25 Yardline, doch das wars auch schon. Die Tübinger konnten ihre Offense länger auf dem Feld halten aber nach einem Fumble rettete Tobias Burkhardt für die Bears das Angriffsrecht. Das war im ersten Quarter aber schon das einzige Highlight bei einem Stand von 0:0. Im zweiten Quarter schienen sich die Teams noch abzuchecken. Kein wirklicher Raumgewinn oder längere Angriffsphasen. Im Gegenteil, die Böblinger wollten mit einem Punt retten, der kullerte aber nur wenige Yards weit. So ließen die Bears die Tübinger in der eigenen Spielhälfte an der 33 Yardline zum Zug kommen. Schock in der Teamzone. Maxi Bähr konnte die Tübinger stoppen und eroberte das Angriffsrecht zurück. Jubel auf den Rängen, der beim folgenden Quarterback-Sack an Philipp Kuntze jäh erstarb. Nach drei Angriffsversuchen und dem Kick durch die Torstangen zeigten die Red Knights, dass sie zu Recht auf dem 2. Tabellenplatz stehen. Doch der Knoten bei den Bears platze. Philipp Kuntze legte einen 11 Yard- Sprint ein. Nach einer angetäuschten Übergabe flog das Leder zielsicher in die Hände von Christian Walheim. Der nächste Run endete an der gegnerischen 32 Yardline. Sven Bayer wuchs über sich hinaus und jumpte über den Gegner – sehenswert, aber mit wenig Raumgewinn. Eine Tübinger Interception stoppte den schellen Vormarsch der Bears fünf Yards vor ihrer Endzone. Der Tübinger Quarterback Carlo Walz rettete die brenzlige Situation mit einem Sprint entlang dem Spielfeldrand. Die Bears gaben nicht auf. Martin Ressel bedrängte den Quarterback, Marvin Schieber gelang ein Sack am Quarterback wurde aber kurz darauf böse geblockt. Quarterback Philipp Kuntze warf erneut auf Christian Walheim und die Beas standen 5 Yards vor dem ersehnten Ziel. Jetzt, so kurz vor der Halbzeit, das Ziel so nah, der Snap, Kuntze nahm die Beine in die Hand und flitze im Bogen durch die gegnerischen Reihen. Er flog der Endzone entgegen- und verlor das Leder. Keine Punkte zur Halbzeit für die Bears. Das Adrenalin stieg. Gepuscht stürmten die Bears nach der Pause aufs Feld und griffen an. Sven Bayer trug das Leder 8 Yards nach vorne. Jens Lohmann setzte zum Sprint über das Feld an und kämpfte sich bis zur Tübinger 9 Yardline vor. Aber erst der 2. Pass auf Derek Thomas ließ die Bears Punkten mit Zusatzpunkt stand es 7:7. Die Red Knights konterten. Der Tübinger Steffen Becker steuerte im Eiltempo die Endzone an, obwohl sich die Bears mit aller Macht entgegen stellten. 7:13 die Zusatzpunkte verschenkten sie. Jetzt wuchsen die Bears über sich hinaus, Jens Lohmann trug nach dem Kickoff das Leder weit zurück, Sven Bayer erreichte ein neues First down, Jens Lohmann machte weiter Raum gut… ein Fumble und die Tübinger wieder am Zug. Aber nicht lang. Nijaz Hamulic tackelte den Tübinger Johannes Winterhalter und die Defense kämpfte um jedes Yard. Die Red Knights befreiten sich mit einem taktischen Punt bis zur 2 Yardline der Bears, von der aus diese Starten mussten. Keine Chance für Philipp Kuntze, der ihnen mit einem Safety 2 Punkte schenkte. Nach dem Kickoff der Bears waren die Tübinger leider auch wieder am Zug. Trotz einiger Glanzleistungen der Defense, Jens Lohmann und Derek Thomas müssen die Bears ein zweiter Safety und 2 Punkte an die Tübinger abgeben. Jetzt ging aber das Stadion mit. Sprecher Eddy Sitoe feuerte aus der Kabine an „Push it back Defense, push it back“, die Herrenberger Eagles Cheerleader stimmten mit unglaublicher Lautstärke mit ein und rissen die Tribüne mit. Die Defense walzte die Tübinger Offense nieder, Dominik Seifried legte sich mit Ricardo Moraes an, und Derek Thomas schoss wie eine Rakete in die Tübinger Reihen und schnappte sich per Interception das begehrte Leder und das Angriffsrecht. Noch 10 Meter. Pass auf Derek Thomas, der stürmte 2 Tübinger im Nacken über das Feld der ersehnten Endzone entgegen. Mit Jubel und Getöse wurden die 13:17 Punkte gefeiert. Noch war alles offen. Dem Angriff der Tübinger setzten die Bears alles entgegen. Aber das Duo Lukas Witkovsky und Max Bähr holten sich nach einem Sack am Tübinger Quarterback das Angriffsrecht. „Max schläft heute Nacht nicht…“ wurde in der Teamzone gelästert, aber die Stimmung stieg. Bis zur nächsten Interception der Nights. Freud und Leid liegen oft nah beieinander. Das mussten die Bears auch im nächsten Spielzug erfahren. Christopher Colon blieb nach einem Crash bewusstlos am Boden liegen. Die Coaches stürmten das Feld, die Ersthelferin der Tübinger stand zur Seite, aber schnell stand fest, der Rettungswagen musste kommen. Bedrückte Stimmung. So kurz vor Spielende wäre das nicht mehr nötig gewesen. Unter „Standing Ovations“ wurde er ins Krankenhaus gefahren. Ob das den Kampfgeist noch einmal angefacht hatte? Die Tübinger schafften die 10 Yards nicht und die Bears bekamen 1,40 Minuten vor Spielende nochmal das Angriffsrecht. Philipp Kuntze wuchs über sich hinaus und rannte bis 11 Yards vor das ersehnte Ziel. Ein Pass auf Derek Thomas in die Endzone und das Stadion hallte vom Jubel. Adrian Mauch kickte für den Zusatzpunkt das Leder – an die Torstange, das Leder prallte ab und flog – zwischen den Torstangen hindurch. Eine Schrecksekunde später jubelte das Team und die Tribüne. Kurz vor Spielende stand es 20:17 und die Tübinger erhielten nach dem Kickoff das Angriffsrecht. Die ausgepowerte Defense legte sich noch ein letztes Mal ins Zeug. Dominik Seifried verhinderte einen weiten Pass, weitere weite Pässe in die Böblinger Hälfte waren incomplete. Felice Fortino beendete den Nervenkitzel 2 Sekunden vor Spielende durch eine Interception. Beim ersten Böblinger Angriff pfiffen die Schiedsrichter ein an Spannung nicht zu überbietendes Spiel ab. Den Bears gelang ein wichtiger Sieg für die Teammoral. Die Euphorie, mit der die Niederlagen geplagte Mannschaft feierte wog viele Enttäuschungen der Saison auf. Die Coaches genossen die verdiente kalte Dusche, aber auch Jens Lohmann durfte nach vielen eingesteckten Tackeln, gelaufenen Yards und viel Einsatz kaltes Wasser genießen. Max Bähr jubelte auf seine Weise mit Purzelbäumen.

Glücklich lobt Coach Jürgen Wehrstein sein Team. Es war „ein guter Abgang nach einer verkorksten Saison und vielen Rückschlägen“. Und Mike Zeyda lobte „DAS war Football! Behaltet diesen Moment für den Rest eures Lebens in euch, denn es kann sich alles sehr schnell ändern!“ Er spielte auf die vielen Verletzungen auch von Christopher Colon an. An ihn wurde im Abschlussgebet noch einmal gesondert gedacht. Das Team wünscht ihm die beste Genesung.

Mit weniger Glück waren die Juniors der Bears gegen die Leonberg Alligators gesegnet. Gleich beim ersten Angriff überrannten die Leonberger das mit Verletzten stark geschwächte Team der Bears zum 0:7. Nach einem kurzen heimischen Intermezzo wand sich der Tübinger Theophil Hamman durch die Böblinger Reihen bis in die Endzone 0:13 Punkte für die Alligators. Lowis Götz konnte beim Kickoff Return glänzen und das Leder39 Yards nach vorne tragen. Doch nach incomplete Pässen waren wieder die Gäste am Zug, bis Maximilian Brink eine Interception gelang. Es gab immer wieder tolle Einzelleistungen, doch die Punkte fuhren die Leonberger ein 0:28 stand es zur Halbzeit, und beim Schlusspfiff 0:42. Kein berauschendes Ergebnis, doch das Team feierte den guten Kampfgeist, mit dem sie bis zum Schluss durchgehalten haben. So bedankte sich auch Karam Al-Kutbi unter Tränen bei allen für 2,5 tolle Jahre. Nach dem Abitur geht für neun Monate in die USA für ein Auslandsemester. Die besten Wünsche begleiten ihn in die Ferne.